Familienglück in Bentota

Sri Lanka Weltreise
Am
28. September 2018

Wir kamen also nach unserer endlosen Fahrt in Colombo an. Wir wurden von der Familie auf der Fahrt nach Kandy eingeladen und haben uns natürlich gefreut bei einer echten Sri Lankanischen Familie in Bentota unterzukommen. Somit hatten wir die Möglichkeit das Leben in Sri Lanka hautnah mitzuerleben. Hier könnt ihr nachlesen, wie es uns bei der Familie ergangen ist.

Sri Lanka’s Highway

Unser Gastgeber Ajid holte uns in Colombo vom Busbahnhof ab. Das war aber leichter gesagt als getan. Denn Colombo hat mehr als drei verschiedene Busbahnhöfe und er wusste nicht, an welchem Terminal wir aus dem Bus ausgestiegen waren. Einigen Telefonate und gesendeten Bildern später, hat er uns dann schließlich doch gefunden. Wir atmeten erleichtert auf, da wir nach der Fahrt von Dambulla wirklich am Ende waren. Er nahm uns mit, steckte uns in ein Tuktuk. Das fuhr uns direkt zu seinem Auto, einem hybriden Toyota. Wir hievten unsere Rucksäcke in den Wagen und stiegen ein. Uns kam so eine kalte Wolke entgegen, die uns beinahe umgeworfen hat. Die Klimaanlage war auf einfrieren gestellt. Wir wussten gar nicht, wie uns geschieht. Es war herrlich und schrecklich zugleich und wir mussten darum bitten die Klimaanlage etwas wärmer zu stellen. Aber dann ging es los, glücklich und erleichtert im Auto schliefen wir beinahe ein.

Fahrt zur Gastfamilie 

Wir sind mit dem Auto durch Colombo gefahren. Mir und Mahtab war ein wenig Unheimlich zumute, da wir auch nicht wussten, wo der gute Mann genau mit uns hinfährt und uns möglicherweise nicht doch noch ausraubt. Aber diese Sorge hat sich spätestens auf dem Highway zerschlagen. Niemand, der jemanden ausraubt, fährt so langsam Auto! Wir kommen aus Deutschland, wenn wir „Highway“ hören, denken wir an Autobahn und damit an die 220 km/h, die wir über die Straße heizen. Sri Lanka ist da etwas anders. Zunächst hat jeder alle Zeit der Welt. Dazu kommt noch, dass der Highway relativ neu ist und die Bevölkerung noch nicht weiß, wie sie damit umgehen soll. Ajid lenkte also das Auto bei erlaubten 100 km/h mit gemütlichen 60 Sachen über den Highway. Das beste war, dass die anderen Autos es ihm gleich taten, alle auf der linken Spur (Sri Lanka hat Linksverkehr). Ich verzweifelte und als uns das dritte Auto überholte musste ich dann doch fragen, warum er so schleicht.

„You are my guests, it is important that you arrive securly, additionally I think my car will broke if I drive too fast.“ zu deutsch – „Ihr seid meine Gäste und ich will das ihr sicher ankommt zudem, wenn ich zu schnell fahre, geht vielleicht mein Auto kaputt.“ Ich war überwältigt über so eine Gastfreundschaft und war von da an ruhig. Er tukkelte, also weiter manchmal 70 manchmal 80 aber meistens langsamer. Aber alles war besser, als laufen. Also lehnte ich mich zurück und versuchte nicht auf die Tempoanlage zu schauen. Später erfuhr ich das die Leute sich sehr unwohl auf dem Highway fühlen. Der Highway ist brandneu und die meisten Sri Lankaner haben ihn nicht in der Fahrschule gelernt. Also planen Sie mehr Zeit ein und tukkeln eben auf der Autobahn.


Die Villa in Bentota

Wir kamen also nach knapp drei Stunden Fahrt in Bentota an. Es ging durch enge Gassen, bis wir an der letzten Abzweigung abbogen und dort durften wir das erste Mal das Haus der Familie betrachten. Wir waren fix und alle und erwarteten nichts. Doch was wir dann sahen war, eine riesige Villa und unser Zimmer war perfekt ausgestattet mit Klimaanlage, einem großen Bett und mit Kleiderschränken der Kinder aber das war super. Die ganze Familie war da um uns zu begrüßen. Es war schön, dass auch die Freunde der Familie da waren, die wir auch schon aus der Zugfahrt kannten. Nach der Begrüßung gab es noch eine Kleinigkeit zu essen und dann konnten wir duschen und erstmal schlafen gehen. Ajid und seine Frau Kanchana hatten schon viele Pläne mit uns die in den nächsten Tagen gemacht werden sollten.

Ella Dulli Wasserfall

Am nächsten Morgen wussten wir, dass wir uns hier nicht einsam fühlen würden. Mahtab und ich wurden direkt an den Frühstückstisch gesetzt und die ganze Familie betrachtete uns, wie wir aßen. Sie haben entweder schon gegessen oder wollten nicht. Die Mutter war froh, dass wir gegessen haben und Kanchana, die Frau von Ajid, machte viele Bilder von uns, wie wir am Essen waren.

Jedenfalls versuchten wir zu erfahren, was sie heute geplant hatten. Denn draußen stand bereits ein Transporter für 10 Personen und wartete auf uns. Ajid der als einziger Englisch sprechen konnte, erklärte uns, dass wir heute zum Wasserfall in Ella fahren würden. Wir waren schockiert, wieder zurück nach Ella? Das wären über 10 Stunden Fahrt von Bentota. Aber er gab Entwarnung, dass es sich dabei um die Ella Dulli Wasserfall handelte. Der liegt nicht in Ella, sondern deutlich näher. So machten wir uns mit der gesamten Familie und Freunden der Familie auf zum Wasserfall.

Endlich Schwimmen …

Es war wundervoll, eiskaltes Wasser von dem Wasserfall. Nach ersten Bergsteige versuchen gingen wir wieder hinunter, wo ein kleines Becken aufgegossen war, in dem man Schwimmen konnte und ganz wichtig, alle anderen stehen konnten. Keiner aus der Familie konnte schwimmen! Das mussten wir natürlich ändern und versuchten der Familie schwimmen beizubringen, was auch sehr gut funktionierte. Am Ende konnte immerhin Adeepa – der Sohn der Freunde recht gut über Wasser bleiben und wir ermutigten Ihn weiterhin zu üben, damit er nicht ertrinkt, falls er mal in tiefes Wasser kommen sollte.

Nachdem wir also schwimmen waren und auch viel unterwegs waren, hatten wir alle Hunger. Ajid sagte uns, dass wir etwa eine Stunde fahren müssen, damit wir zu einem sehr guten Restaurant kommen in dem wir hervorragend essen gehen könnten.

Mittagessen nach dem langen Tag

Wir fuhren also weiter über den schönen Bergpass und wie es nun mal ist mit Kindern, wurde es dem Kind vom Ajid „Deehen“ schlecht durch die Serpentinen. Nicht so schlimm, alle waren natürlich sofort da um den armen zu trösten. Wir waren aber recht schnell am Restaurant und Deehen, ruhte sich im Auto aus, während wir drin saßen und Chicken Rice mit Fisch aßen. Der Gastvater knallte mir einen Fisch nach dem anderen auf den Teller, trotz dass ich eigentlich satt war und kein Fisch mag. Aber sie sind halt so freundlich und wollten nicht, dass wir hungrig vom Tisch gehen.

Geburtstagsfeier in Sri Lanka

Wir wussten das Ajid heute auch Geburtstag hat. Das muss natürlich gefeiert werden. Gegen 18 Uhr waren wir wieder zurück am Haus und sogleich wurde ich zum Einkaufen mitgenommen. Ich war mal Barkeeper in einer Bar bei Hügelsheim und konnte dementsprechend einige Standard Cocktails mixen. Wir wollten einfach Gin Tonic trinken mit Gurke, aber das ist nicht so einfach. Gin gab es ohne Probleme, aber die Sri Lankaner hatten Angst einfach Dry Gin zu kaufen. Also wir hatten plötzlich Lemon Gin. Als ich nach Gurke fragte, damit wir diese hinzufügen können, hatten wir plötzlich irgendwelche Gelbweiße Gurke, die wir noch nie gesehen hatten und sehr witzig aussahen. Dann wurde noch Essen und Nachtisch organisiert. Insgesamt war ich mit den beiden Männern wohl eine Stunde unterwegs und wir sind von einem Geschäft in das nächste gefahren.

Dann saßen wir oben auf dem Balkon und tranken die Flasche zu fünft aus und feierten gehörigen den Geburtstag von Ajid. Musik, Sri Lankanischen Tanz und Standard Walzer von mir und Mahtab. Wir hatten jede Menge Spaß an dem Abend und alle 5 Minuten war jemand anderes von der Familie da, mal die Großeltern, dann die Onkel und später auch die Cousins und Freunde der Familie. Interessant war das keiner wirklich lange blieb, jeder gratulierte und war nach knapp 15 Minuten wieder verschwunden.

Boot’s Safari

Am nächsten Tag war auch bereits wieder ein Transporter bereit, diesmal stand eine Bootssafari auf dem Programm. Wir fuhren also gegen 11 Uhr los und warteten dann noch auf einen „Freund“, der wohl schon alles organisiert hatte. Von dort an ging es mit dem Boot durch die Mangroven und wir konnten alle möglichen Tiere bestaunen. Über Echsen hin zu Vögeln aller Art und alles im angenehm kühlen Klima der Mangroven.

Dann ging es weiter zu einem Hotel, das für den Silent Garden bekannt war. Es war wirklich schön in dem Garten, auch ein Krokodil war hier. Deehen spielte an einem Stock in der Nähe des Wassers und das Krokodil dachte, es muss mal Vollgas geben und schnappte nach dem Stock und war super schnell wieder weg. Ich und Deehen sprangen weg und waren ziemlich erschrocken. Plötzlich hatte ich wieder ziemlich viel Respekt vor der Natur 🙂 .

Krokodil bei Bootsafari

Das außergewöhnliche Fisch-Spa

Dann ging es weiter zur Freude von Mahtab zu einem Fisch-Spa. Es war das größte Fisch-Spa, dass wir je gesehen hatten. Es gab sechs verschiedene Becken mit unterschiedlicher Fischgröße, von ganz kleinen bis hin zu riesigen Fischen. Wir sollten unsere Füße darin halten. Nach einigem zögern steckten Mahtab und ich dann doch unsere Füße rein. Die Fische begannen zu knabbern und am Anfang kitzelten die kleinen Dinger ganz schön. Die größeren Fische waren teilweise sehr faul oder satt. Sie ließen uns in Ruhe. Aber wenn sie dann mal kamen, war es noch witziger. Die Familie traute sich am Anfange nicht ihre Füße in das Becken zu halten, aber nach einigen guten Zusprechen trauten sie sich dann doch.

Nach den Abenteuern im Fisch-Spa waren wir alle müde und hungrig. Dafür gab es natürlich eine Lösung. Mit dem Boot ging es ab zu einem Restaurant, in dem es Hähnchen mit Reis gab. Für mich und Mahtab gab es extra ein Bier. Sie haben echt alles getan, dass es uns gut geht und bei jeder Aktion fragten sie uns tausendmal, ob das für uns in Ordnung ist. Dann ging es ab nach Hause.

Tuktukdriver Weber

Ajid zeigte mir am letzten Tag, dass sein Laptop nicht mehr funktionierte. Ich habe ihm Angeboten ihn zu reparieren. Dann als Mahtab bereits bei der Großmutter war, hat mich Ajid plötzlich am Arm gepackt und fragte mich, ob ich nicht Tuktuk fahren lernen wolle. Owja, ich durfte Tuktuk fahren lernen! Wie cool! Also Sachen geschnappt und rein ins Tuktuk. Er erklärte mir schnell das Prinzip des Three-Wheeler und zeigte mir die Kupplung und wie das alles klappt. Natürlich hab ich das Ding erstmal ein paar mal absaufen lassen, aber dann ging es erstaunlich gut und wir fuhren zu Mahtab, um Sie abzuholen um dann gemeinsam zu den Freuden Essen zu gehen. Was für ein Spaß mit dem Ding zu fahren.

Tuktuk fahren

Das Mittagessen war diesmal besonders. Wir sollten am letzten Tag richtig Sri Lankanisch essen, und zwar ohne Besteck. Wir zwei haben uns super angestellt und es hat gut geklappt. Somit gab es mal wieder ein Grund weitere Fotos von uns zu schießen. Zum Nachtisch gab es Vanilleeis mit Woodapple Saft. Das war super lecker und die Mutter sagte uns, dass der Saft sehr gesund ist und wir sollten noch mehr davon trinken.

Dann kam auch schon das Ende unserer Reise in Sri Lanka auf uns zu und Ajid und die Familie begleiten uns nach Colombo zum Airport und verabschiedeten uns dort. Es war sehr emotional und wir hatten wirklich eine schöne Zeit mit der Familie. Danke nochmal an alle, die dabei waren. In Sri Lanka waren wir einfach glücklich. Wir haben tolle Eindruck und wertvolle Erfahrungen gesammelt und wundervolle Menschen kennengelernt. Wir werden definitiv irgendwann mal wieder zurückkommen. Aber für jetzt heißt es erstmal Rucksäcke schultern und weiter zum Terminal, weiter gehts mit unserem Abenteuer um die Welt!

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