Auf Entdeckungsreise in Dambulla

Sri Lanka Weltreise
Am
21. September 2018

Dambulla ist eine Stadt in der Zentralprovinz in Sri Lanka und hat uns nach unserer Pause an der Ostküste direkt wieder in den Bann geschlagen. Es türmten sich direkt die Ziele die es zu erkunden gab, den Lionsrock mit seiner atemberaubenden Landschaft, den Temple Höhlen in Dambula und die Ausgrabungsstätten in der Nähe bei Polunaruwa. Zudem werden wir euch in dem Beitrag auch ein wenig über das Abenteuer Abreise erzählen.

Endlich Dambulla

Nach fünf Stunden Busfahrt sind wir endlich in Dambulla angekommen. Unterwegs haben wir eine Nachricht von unserem Gästehausbesitzer bekommen, dass wir uns bei ihm melden sollen, sobald wir angekommen sind. Das haben wir natürlich direkt gemacht. Während Max telefonierte, sehe ich auf einmal, dass sich ein Motorradfahrer nähert. Ich frage den Max, telefonierst du mit ihm? Er antwortete nicht mehr und fing an zu lachen 🙂

Der Motoradfahrer war tatsächlich unser Gastgeber. Er hat direkt ein Tuktuk für uns organisiert das ihn verfolgen soll. Nach 15 Minuten sind wir angekommen und der Besitzer erklärte uns, dass sein Haus erst seit einem Jahr ein Gästehaus ist. Daher kennen die Tuktuk Fahrer das noch nicht. Nach unserer Ankunft hat er uns mit frischen Getränke und kalte Handtücher begrüßt und wir waren bei der Wärme voll begeistert.

Unser Gästehaus war diesmal direkt im Dschungel. Für Frühstuck sind wir jeden Morgen zu einer kleinen Hütte, die mitten im Dschungel gebaut wurde, gelaufen. Von hier aus hatten wir einen traumhaften Ausblick auf den Dambulla Lake. So hat das Frühstück gleich nochmal besser geschmeckt.  Wir haben fast jeden Abend im Hostel gegessen, da das Essen vor allem das Chicken Rice einfach nach Zuhause geschmeckt hat. Es war eine großartige Zeit.

Tempelhöhlen in Dambulla

Am Nachmittag haben wir den Cave Temple in Dambulla besichtigt. Der Weg zum Tempel ist relative anstrengend, aber die wunderschöne Aussicht und die sitzenden Äffchen macht das ganze Wett. Der Temple war sehr faszinierend und hat uns beeindruckt. Vor allem, wenn man bedenkt wie alt die Figuren und die Deckenmalereien sind. Die Figuren wurden direkt in den Fels geschlagen und wurden nicht transportiert. So sind einige der Figuren größer als die Zugänge zu den Höhlen.

Tagesausflug nach Polonaruwa

Polonaruwa war nach der Anuradhapura die zweite Könighauptstadt von Sri Lanka und wir haben gelesen es  ist ein Must-Seen in Sri Lanka. Die Stadt ist für die Ausgrabungsstätten der  antiken Ruinen bekannt. Also begaben wir uns auf die Fußspuren von Indiana Jones und wollten antiken Ruinen nicht verpassen. Mit dem Bus waren wir gut 2 Stunden unterwegs. Nach unserer Ankunft wurden wir direkt von einigen Tuktuk Fahrern angesprochen die uns „nur helfen“ wollten. Bei den Worten „nur“ und „helfen“ schrillen bei uns im Moment die Alarmglocken, also machten wir uns erstmal auf den Weg und suchten uns wo anders „nur Hilfe“. Wir fanden schließlich eine Fahrradstation die uns rostige und alte Fahrräder für 300 vermieteten, genau was wir suchten. Also rauf auf den Sattel und in die Peddale getreten.

Wir waren noch nicht mal 15 Minuten unterwegs, als wir anhalten mussten um den schönen Ausblick auf die Natur und um den See beobachten zu können und ein einige Fotos zu schießen. Interessant war vor alles als wir gesehen haben, dass viele Einheimischen vollausgestattet zum See kommen um sich zu waschen. Das hat uns aber auch zum nachdenken gebracht. Viele Sachen, die wir für Selbstverständlich halten, stehen nicht Überall zur Verfügung.

Polonaruwa

Wir waren den ganzen Tag mit unseren Fahrräder unterwegs. Wie fast überall in Sri Lanka ist es hier auch ein sehr weitläufiges Gebiet, in dem es überall etwas zu entdecken gibt. Es hat sich Mega gelohnt. Der Royal Palace und die ganze Ruinen haben uns tief beeindruckt.

Pindurangala Felsen 

Nächste Sehenswürdigkeit, die wir unbedingt sehen wollten war der Lion Rock in Sigiriya. Nach der Empfehlung unseres Gastgebers sollten wir aber, anstatt direkt nach Sigiriya zu fahren und den Eintritt von 30US$ zu bezahlen, am besten zum Pidurangala Rock fahren. Der sei nur ein Kilometer weiter nördlich von Sigiriya Felsen und von dort hätten wir einen tollen Blick auf den Lion Rock und die Umgebung. Das war natürlich genau der Tipp den wir uns erträumt haben.

Wir sind gegen 15 Uhr mit dem Tuktuk nach Pindurangala gefahren. Um nach ganz oben zu gehen, haben wir eine gute Stunde gebraucht. Es gab viele Treppen, die der Ausstieg erleichtert haben. Aber kurz vor dem Ziel kommt die Überraschung und wir mussten einige Meter klettern denn ab hier war der Weg nicht mehr vorgegeben sondern natürlich belassen worden. Gut das wir unsere richtigen Schuhe nicht angezogen haben, dachten wir uns und kletterten mit unseren Turnschuhen über die Felsen.

Aber wir wurden mit einer wunderschönen Aussicht über den Lion Rock und der Umgebung belohnt. Sogleich waren alle Bemühungen vergessen. Wir wollten natürlich den Lion Rock bei Sonnenuntergang betrachten und ein wenig romantische Stimmung aufbauen, leider war es an dem Tag etwas bewölkt. Wir saßen fast zwei Stunden dort und haben die Seele baumeln lassen.

Chaosabreise von Dambulla

Der vorletzte Tag in unserem Gästehaus ist leider nicht ganz so optimal gelaufen. Wir haben an dem Tag unseren Hotelbesitzer nach der Rechnung und nach unserer Wäsche gefragt, die wir ihm zum reinigen gegeben haben, damit wir für die Abreise vorbereitet sind. Da er leider eher schlecht als Recht englisch sprechen konnte, hat er alles mit OK beantwortet, was wir sagten. Wir beide waren uns recht sicher, dass er kein einziges Wort verstanden hat. Auf jeden Fall haben wir an dem Tag weder die Wäsche noch die Rechnung bekommen.

Wir standen am letzten Tag um 8 Uhr auf und waren uns bewusst das wir noch folgende Punkte abschließen mussten.

  • ATM
  • Hotel bezahlen
  • Wäsche abholen
  • Tuktuk zum Zug nehmen

Wir räumten also unsere Rucksäcke soweit es eben ging ohne die Sachen aus der Wäscherei. Danach dachten wir, wir haben ja noch ewig Zeit. Um 9 Uhr beginnt erst das Frühstück. Unser Hotelbesitzer war extrem nett und hat uns gegen 9 Uhr mitgeteilt das wir um 9:45 Uhr vom Tuktuk zum Bahnhof abgeholt werden, …

Hetzen lohnt sich nicht

Großartig nur noch Frühstücken, Wäsche richten und Rucksäcke einpacken in 45 Minuten das wird ja kein Problem vor allem, da das Frühstück auch noch einige Meter vom Hotel entfernt stattfand. Wir spurteten also zum Frühstück. Schlangen so schnell es ging einige Bissen hinunter und rannten zurück zum Hotel. Hier angekommen fanden wir zum Glück unsere Wäsche, die aber natürlich noch bezahlt werden musste. Wir hatten gerade genug Geld für das Hotel, aber die Wäsche war eben nicht drin. Somit versuchten wir wieder klarzumachen das wir noch zum ATM müssen. Er wackelte fröhlich mit dem Kopf und sagte uns noch einige Male OK, bis wir verstanden haben das sein Bruder das Tuktuk fahren würde und wir ihm das Geld einfach geben konnten. Gut also hoch ins Zimmer und Rucksäcke packen, so schnell haben wir noch nie unser Zimmer leer gemacht. Mahtab und ich fegten durch das Zimmer, als gäbe es kein Morgen. Dann endlich war es soweit 9:45 Uhr standen wir beide vor dem Hotel, natürlich wie es bei sowas sein muss, war das Tuktuk nicht da.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kam dann das Tuktuk endlich und wir hatten noch eine Stunde fahrt vor uns bevor wir am Bahnhof ankommen würden. Also Rucksäcke und uns in das Tuktuk gequetscht und losging es schon, zum ATM nicht zum Bahnhof. Jetzt konnten wir nicht mehr viel tun, wir saßen im Tuktuk und waren froh das wir alles rechtzeitig geschafft hatten und unser Fahrer sagte uns auch gut zu das wir den Zug locker erreichen würden. Wir lehnten uns entspannt zurück und genossen die Fahrt,… wenn wir da schon gewusst hätten was noch alles auf uns zukommt.

Erfolglose Bahnreise

Wir kamen überpünktlich um 11 Uhr an. Sogar eine halbe Stunde vor dem Abfahrtplan am Bahnhof, ziemlich verrückt vor allem da wir vor einer Stunde noch voller Panik am Eingang des Gästehauses standen. Unser Tuktuk Fahrer sprach mit einigen Leuten und erfuhr, dass der Zug Richtung Colombo bereits abgefahren ist. Wir waren fassungslos.

Hat der Mann gelogen? Lag unsere App falsch? Sicherheitshalber noch einmal prüfen, nein in der App stand 11:33 Uhr, wir prüften extra nochmal. Unser Fahrer lächelte, wackelte mit dem Kopf und bot uns ein Taxi für „only 12.000 Rupie“ an. Das war irgendwie zu viel.

Only ‚12000‘,…

Mahtab und ich wägten unsere Optionen ab. Wir konnten mit dem Taxi fahren, das würde uns aber knapp 12.000 Rupie kosten. Das wäre natürlich vollkommen außerhalb unseres Budgets. Oder wir fahren mit dem Bus und sind fünf Stunden unter Lärm und Platzangst unterwegs. Zum Glück hat unser netter Begleiter uns wenigstens mitgeteilt das wir nach Dambulla umsonst wieder mitfahren dürfen. Das nahmen wir an und rauschten in Windeseile zurück nach Dambulla. Während der Fahrt rief uns der Freund aus der Zugfahrt nach Ella an, der uns für ein paar Tage einladen hatte. Wir versuchten ihm klar zu machen, dass wir den Zug nicht erreicht hatten und das wir jetzt irgendwie nach Colombo kommen müssen. Leider waren auch hier die Englischkenntnisse begrenzt und endeten im wilden OK Zugeständnissen ohne wirkliche Erkenntnis. Auch hier konnten wir also keine Hilfe erwarten.

Zurück in Dambulla waren Mahtab und ich wie erschlagen und setzten uns erstmal in ein Café mit dem freundlichen Namen „Mango Mango“ und überlegten uns den nächsten Schachzug. Dabei kamen wir mit einem Mann aus den Niederlanden ins Gespräch. Er und seine Frau sind vor drei Monaten nach Dambula gezogen und sie offenbarten uns, dass es einen neuen Highway gab, auf dem besondere Busse fahren würden. Die sogenannten Highwaybusse fahren aber leider nicht an jeder Haltestelle und wir müssen erst an eine Haltestelle gelangen.

Wir überlegten weiter, mit den Express Highway Bussen wären wir natürlich viel schneller da gewesen als mit den Überlandbussen. Aber das Risiko wieder irgendwohin zu fahren, zu bezahlen und am Ende nur wieder enttäuscht zu werden war irgendwie zu groß. Also stiegen wir in den Überlandbus, bei Lärm und Platzangst und machten uns auf den Weg, endlich nach Colombo.

Als wir dachten alles wäre gut

Leider war das noch nicht alles. Als wir endlich im Bus gemütlich arbeiteten und uns über unsere nächsten Schritte klar machten, bremste unser Bus auf einmal ziemlich stark. Alle schreiten, ein lauter Knall und plötzlich waren alle Menschen auf den Beinen. Das muss wohl das schlimmste für einen Busfahrer sein, ein Unfall während der Hauptverkehrszeit. Natürlich rannten gleich alle Menschen direkt auf die Straße, um zu bewundern, wie der Bus mit einem anderen Bus kollidiert ist. Damit wurde unser Zeitplan wieder um eine Stunde aufgehalten und nach hinten verschoben.

Also wieder von vorne! Erstmal der Gastfamilie informieren, dass wir später kommen und dann uns wieder schlaumachen wie es weiter gehen soll! Innerhalb von 10 Minuten war der Bus komplett leer. Die Leute haben miteinander geredet und jeder hat sich einen anderen Bus geschnappt und alle waren auf einmal weg. Wir zwei und noch zwei deutsche Touristen standen am Straßenrand und guckten nur zu. Gott sei Dank kamen die Ticketverkäufer zur Hilfe. Der hat erstmal einen Bus angehalten, unsere Rucksäcke reingeschmissen und uns in einen Bus gesteckt. Jawohl, es geht wieder weiter.

Nach fünf Stunden Fahrt sind wir endlich gegen 18 Uhr in Colombo angekommen. Wir haben mehrere Kreuze gemacht, dass wir es geschafft haben. Gesund und Munter am Ziel angekommen zu sein.

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