Sorgen und Gedanken unserer Reise
Der Anfang: Deutschland

Gedanken vor der Reise

Am
5. Juli 2018

Seit wir unseren Entschluss gefasst haben und jetzt auch nur noch wenige Tage zwischen uns und dem großen Abflug stehen, stellen wir uns die Frage, ob wir überhaupt für so etwas wie eine Weltreise geschaffen sind. Wir machen uns beide viele Gedanken vor der Reise, ob das die richtige Entscheidung für uns war. Ich bin ein Informatiker und zertifizierter Couchpotato, spiele Computerspiele und freue mich jeden Abend, wenn ich nach Hause komme und vor den Fernseher darf. Bei Mahtab ist es tatsächlich ein bisschen anders. Sie ist mehr aufgedreht, macht voll viel Sport und freut sich immer wieder neue Dinge kennenzulernen. Wir gehen jetzt auf große Reise, um die Welt zu sehen, aber ist das eine gute Idee?

Haben wir an alles gedacht?

Eine Frage, die vermutlich jeden schon einmal durch den Kopf gegangen ist, der auf Reisen gehen möchte. Leider ist diese Frage meist nicht so einfach beantwortet und ich bin überzeugt, das liegt vor allem an unserem deutschen Perfektionismus. Wir möchten einfach auf alles vorbereitet sein. Wenn – in den Bergen von Nepal – ein Nepali plötzlich eine Karte benötigt, möchten wir so gut vorbereitet sein, ihm diese zu liefern. Laut Planetbackpack sollen wir alle Erwartungen und Ängste zu Hause lassen. Wir glauben jedenfalls, das ist eine gute Idee, aber noch sind wir uns nicht besonders sicher, dass es so einfach möglich ist.

Was bedeutet das für uns und unsere Rente?

Das ist eine gute Frage. Die Rente ist immer eine gute Frage. Gerade als Selbstständiger schwebt die Rente wie ein Damoklesschwert über dem Kopfen. Jeder Finanzberater würde vermutlich sagen, dass es sehr schlecht für die Rente ist, wenn diese ein Jahr nicht bedient wird. Jedoch, muss ich gestehen, hat mich der folgende Beitrag von GuteFrage.net ziemlich beruhigt. Um auch ein wenig seriös zu sein, lege ich noch den Link zur DRV bei. Hier werden die Rentenbeiträge noch einmal etwas genauer erklärt und wie sich die Rente berechnet. Wie das genau aussieht, werden wir in einem anderen Beitrag vermutlich noch genauer ansehen. Bis dahin kann ich euch beruhigen… Wir gehen davon aus, dass ein Jahr ohne Renteneinzahlung nicht zu erheblichen Nachteilen führt. Aber selbst wenn, würden wir sagen, dass es sich hoffentlich gelohnt hat.

Kann ich danach immer noch arbeiten?

Jeder, der sich derzeit mit der IT beschäftigt, denkt jetzt vermutlich: Was soll das für eine Sorge sein? Die IT boomt und jeder noch so schlechte Entwickler oder Berater ist in Lohn und Brot und wird es vermutlich noch einige Jahre sein. Das stimmt natürlich. Aber trotz allem gibt es natürlich Zweifel, ob und wie ich in einem Jahr aufgenommen werde. Für Mahtab wird es mit Sabbatical wahrscheinlich, wenn alles gut geht, viel einfacher sein. Daher macht sie sich auch nicht so viele Gedanken. Auf der andere Seite hat sie sich in ihrer Weltreisevorbereitung schon um die Weiterentwicklung ihrer Programmierkenntnisse gesorgt. Somit kümmern wir uns beide um unsere Webseite, unser Instagram usw. Perfekte Arbeitsaufteilung – Check. Lücken im CV für eine Weltreise ist doch sowas wie der Karrierekiller schlechthin. Hier sollten wir uns doch eigentlich selbst beruhigen können. Wir haben beide bereits mehrere Einstellungsgespräche geführt und dabei natürlich festgestellt, dass Vorgesetzte und HR auch nur Menschen sind, die ihren Job sehr gut machen möchten. Also müsste ein Jahr Auszeit doch eher positiv sein und für ein spannendes Gespräch sorgen.

Die typischen Gedanken

Furcht – durch eine plötzliche echte oder vermeintliche Gefahr hervorgerufene, übermächtige Angst, die zu unüberlegten Reaktionen führt. – Duden

Von „nachts-nicht-schlafen-Können“ bis hin zu kleineren Paniksituationen war vermutlich alles mit dabei. Es ist natürlich auch ganz normal, dass wir uns Gedanken machen. Allen guten Wünschen und Hoffnungsträgern zum Trotze ist es unmöglich zu behaupten, dass alles spurlos an uns vorbeigeht. Die Gedanken kreisen seit Wochen nur noch um den bevorstehenden Umzug und die Reisevorbereitungen. Da ist es verständlich, wenn ein wenig Furcht mit umherschwirrt. Wir versuchen uns einfach immer wieder klar zu machen, dass es sich hierbei um die Reise unseres Lebens handelt, in der wir lernen, arbeiten und Spaß haben wollen. Wir lernen, ob das Leben, das wir bisher hatten, genau das Leben war, was wir führen wollten. Wir arbeiten in verschiedenen Ländern, um die Kultur kennenzulernen und neue Freunde zu finden. Wir hoffen auf nette Menschen, die einem helfen wollen. Vor allem ist diese Reise für uns eigentlich auch die Chance, mehr aus unserem Leben zu machen. Also egal was kommt, wir werden uns nicht von der Furcht übermannen lassen, sondern werden die beste und schönste Reise haben, die wir uns vorstellen können. Und auf diese Erfahrung will keiner von uns beiden verzichten.

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