Der Naturpark in Kenting ist super

Taiwan Weltreise
Am
15. Oktober 2018

Wir waren also von Tainan über Kaohsiung nach Kenting gefahren. Dabei haben wir für uns festgestellt, dass der Nahverkehr in Taiwan einfach super ist! Wir sind in einen Bus gestiegen, dessen Sitze so groß waren, wie eine Couch. Dabei ist der Bus auch noch voll ausgestattet mit Fernseher, USB Kabelladestation und Sicherheitsgurten. Damit ging es also sehr entspannt direkt nach Kenting, ohne umzusteigen und ohne Panik. Bis zum Kenting Nationalpark brauchten wir rund vier Stunden. Als der Bus in Kenting anhielt, waren wir uns unsicher, ob wir an der richtigen Station waren und blieben noch eine Station, bis zur allerletzten Haltestelle, sitzen. Ein Fehler, den wir natürlich bereuen sollten. Wir mussten den ganzen Weg etwa ein Kilometer dann zu Fuß wieder zurücklaufen, da unser Kapsel-Hostel natürlich direkt in Kenting war. Also Rucksäcke aufgezogen und bei der Hitze wieder zurückgelaufen.

Capsule Hostel – Starry Sky Kenting

Natürlich haben wir nicht viel erwartet und es war uns auch ziemlich egal, wie wir verschwitzt in die Lobby kamen. Das Hostel war einfach super mit Klimaanlage gekühlt und eine nette Frau hat uns willkommen geheißen und uns zu unserem Zimmer gebracht. Das Zimmer hat uns erst mal erstaunt. Es war nicht nur klein, sondern wirklich wie ein Schrank aufgebaut. Die Tür war eine Schranktür mit passendem Schlüssel und innen drin war die Raumhöhe etwa 1,5 Meter. Wir konnten beide nicht drinnen stehen, aber es war wirklich schön eingerichtet. Wir hatten einen Fernseher, Spiegel und eine schöne Matratze mit Decken und Kissen. Dazu kam noch das wir in der Lobby alles bekamen was das Herz begehrt, Getränke aller Art und auch Tütensuppe. Somit konnten wir uns erst mal ausruhen und duschen. Nach einer kleinen Pause gingen wir dann an den Strand.

Der Kontrast zwischen der Stadt und dem Süden Taiwans hätte nicht größer sein können. Überall Natur, viele Tiere und Strände soweit das Auge reichte. Nachdem wir uns ein wenig umgesehen hatten, stellten wir fest, dass wir an keinem Strand, den wir von unserem Hostel gesehen haben Schwimmen durften, da es sich um ein Nationalschutzgebiet handelt. Also fragten wir einige Passanten und die erklärten uns das nur ein kleiner Strand für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Also ab dahin wir wollten uns unbedingt abkühlen. Wir kamen gegen 16 30 am Strand an und nutzten die Gelegenheit um unsere GoPro endlich mal auszuprobieren und unser neu erstandenes Equipment zu testen.

Strandabenteuer

Nachdem wir also etwa eine Stunde rumgeplantscht haben, gab es plötzlich eine Lautsprecherdurchsage, die alle am Strand befindlichen Personen darauf hinwies, dass der Strand bald schließen würde. Plötzlich wurden Trillerpfeifen laut und die Bademeister scheuchten uns aus dem Wasser. Das war es also mit unserer Schwimmeinlagen, aber wir entschieden noch ein wenig am Strand zu bleiben und uns den Sonnenuntergang nicht entgehen zu lassen. Es war atemberaubend schön, wie wir so da saßen und die Wellen beobachteten. Als wir so genüsslich in die Brandung schauten, kam ein Pärchen auf uns zu und sagte uns das sie einige Bilder von uns gemacht haben und ob wir die haben möchten. Natürlich wollten wir sie und sie waren voll schön!

Nach einer Weile, es war schon dunkel geworden, wollten wir, dann gehen wir gingen also einen beleuchteten Pfad entlang. Bis wir an ein merkwürdiges Schild kamen, „Beware, you enter now the Park area. Poisonouse Snakes and Insects ahead.“ – „Vorsicht, sie betreten jetzt Park Gelände. Giftiges Viehzeugs voraus.“ Mahtab und ich betrachteten das Schild. Bis wir beide uns gleichzeitig umdrehten. Nein das brauchen wir jetzt wirklich nicht, entschieden wir und kletterten den Weg zurück, den wir gekommen waren. Nach einer Weile stellten wir fest, das unser Rückweg aber leider verschlossen war, wir mussten also über den Zaun klettern um wieder auf die Hauptstraße zu kommen. Was für ein Auftakt für Kenting!

Exkurs: Entschleunigung pur

Es kommt einmal der Tag auf der Weltreise, an dem einen plötzlich bewusst wird, dass man so schnell nicht mehr arbeiten wird. Bei uns hat es ziemlich gedauert, bis wir uns mit dem Gedanken beschäftigt hatten. Das lag vor allem daran, dass wir mit dem Blog und Videos usw. wirklich ziemlich gut beschäftigt waren und es auch immer als eine Fortsetzung unserer Arbeit gesehen haben. Doch in der Zwischenzeit hat sich das Gefühl vollständig abgestellt. Komisch ist es nur, dass sich das Gefühl gerade in Taiwan einstellt, da wir hier eigentlich die besten Voraussetzungen haben um Workoholics zu werden. Gutes Internet, gute Infrastruktur und eine unglaublich ruhige Umgebung. Selbst in den Städten ist es ruhig. Aber hier in Kenting hatte ich das erste Mal das Gefühl komplett aus dem Trott gekommen zu sein.

Schachteln für unser Leben

In unserer Kapsel gab es natürlich keine Fenster, das führte mehr oder weniger dazu, dass wir ewig lang geschlafen haben. Wenn wir tagsüber etwas unternommen haben, hatten wir einfach alle Zeit der Welt. Es war wirklich sagenhaft. Wir nehmen uns die Zeit die wir brauchen. Für alles und das ist schön, auch wenn wir einige Dinge schmerzlich vermissen die wir zu Hause gelassen habe.

Ich habe letztens einen sehr interessanten Artikel gelesen über das Reisen als neue Erfahrung. In diesem Artikel geht es um eine Box, die uns täglich umgibt, aus der wir ausbrechen möchten. Witzig ist das, wie in dem Artikel beschrieben wird. Wie wir im neuen Land und mit den neuen Erfahrungen uns wieder eine neue Box bauen. Falls ihr noch mehr dazu lesen möchtet, findet ihr den Beitrag hier. Das stimmt auf jedenfalls. Selbst jetzt bei der Weltreise hat sich eine Routine bei mir und Mahtab eingebürgert. Wir folgen dieser und es funktioniert wunderbar. Aber es kommt immer wieder vor das etwas nicht so funktioniert, wie wir uns das denken und das macht die ganze Reise so spannend.

Elektroroller zum Verlieben

Am zweiten Tag entscheiden wir uns einen Scooter auszuleihen. Wir wollten mit unserem internationalen Führerschein einen leihen, leider haben wir beide aber keinen Führerschein der Klasse A. Somit bekamen wir also einen Elektroroller. Ein Elektroroller darf in Taiwan praktisch jeder fahren und der ist nicht Führerscheinpflicht. Der Roller ist ziemlich zackig unterwegs. Wir begannen also in Kenting unsere Fahrt durch den Nationalpark und entschieden uns für eine Rundreise. Wir fuhren von Kenting nach Osten Richtung südlichster Zipfel von Taiwan. Den wir natürlich gleich verpassten, da wir keine Gebühren bezahlen wollten. Also fuhren wir weiter zu Longpan einer Aussichtsplattform, von der aus wir den Strand beobachten konnten.

Auf alle Fälle, Wasserfälle

Von hier aus ging es weiter nach Nordern zu einer Brücke bei der wir erst mal was zu Mittag gegessen haben. Dann ging es weiter zu den Seven Holes Waterfalls. Hier war ein meterhoher Wasserfall zu bestaunen und hier wurde es auch angenehm kühl. Perfekt um uns ein wenig im Wasser abzukühlen. Als wir am Wasserfall dann ein wenig klettern wollten stellten wir unsere Kamera ab. Damit sie nicht kaputt geht oder ins Wasser fällt. Als Mahtab und ich dann aber zurück kletterten kamen zwei Hunde und schnupperten an unserer Kamera und pinkelten ZUM GLÜCK daneben.

Natürliches Feuer oder doch Umweltverschmutzung?

Wir machten ein paar Videos und fuhren weiter zu den natürlichen Flammen von Taiwan. Hier gibt es ein natürliches unterirdisches Feuer und wir fragten uns, warum viele Leute irgendwelche Pfannen mit langen Stäben dabei hatten. Als wir an den Flammen ankamen, hielten die sie über die Flammen. Es handelte sich dabei um Popcorn, dass die Leute hier zum Zeitvertreib aufwärmten. Leider gibt es zu den Flammen wohl auch ziemlich unterschiedliche Meinungen wie sie den entstanden sind, auf dem Schild am Eingang steht wohl das es sich um Flammen handeln die schon seit tausenden Jahren vor sich hin brennen. Die Bevölkerung aber, sagt das es sich dabei um einen Unfall der Gasunternehmen handelt die es vertuschen möchten. Wer auch immer recht hat, es war ein interessantes Spektakel für uns.

Nachdem wir dann mit dem Roller langsam wieder Richtung Kenting unterwegs waren. Kam unsere Entscheidung erstmal Zurück ins Hostel zu gehen. Durch die Mittagshitze erschöpft, kamen wir an unserem Hostel an und schliefen erstmal eine Weile.

Schnorcheln für Anfänger

Wir wollten mal schnorcheln gehen. Wir dachten, es wäre die ideale Gelegenheit, wenn wir es hier in Taiwan machen. Es war recht günstig und wir wurden sogar am Hostel abgeholt. Ich stelle mir Schnorcheln wie folgt vor. Wir sitzen in einem Boot werden irgendwohin herausgefahren, springen ins Wasser und beobachten die Fischwelt und wenn wir Lust haben tauchen wir hinab und betrachten das ganze von Nahem.

So ist das aber nicht in Taiwan. Zunächst wurden wir zur Tauchschule gebracht. Hier hatten wir die Möglichkeit erst mal einen Vollkörper Neoprenanzug anzuziehen, dann gab es noch eine Schwimmweste dazu. Ich überlegte fieberhaft, ob wir möglicherweise aus dem Boot fallen könnten und dafür eine Weste bekamen. Aber es kam alles anders. Wir waren insgesamt eine Vierergruppe und als wir auch keine Flossen bekamen, war ich mir sicher, dass heute alles anders wird. Na ja kneifen gilt nicht, also ab ins Auto und runter an den Strand.

Hier war nicht so viel los und wir wurden gebeten an ein Strandstand zu stehen, hier wurden erst mal Fotos für Facebook gemacht. Dann ging es auch schon runter ins Wasser. Wir wurden erst mal 30 Minuten instruiert. Was ist eine Maske, was ist ein Schnorchel, wie können wir unter Wasser atmen, nicht durch die Nase atmen, wie leere ich meine Maske, wie bekomme ich Luft aus dem Schnorchel. Gut, die Crew muss auf uns aufpassen, das verstehe und respektiere ich. Das gibt es ja in einem Kletterpark genau so, aber, … als es dann zu Trockenübungen am Strand kam. Im Sitzen in einer kleinen Pfütze vor dem Meer. Da mussten wir dann doch ein wenig lachen. Stellt euch vier erwachsene Menschen vor die in den Knien versuchen ihren Schnorchel volllaufen zu lassen und auszublasen. Ein herrliches Schauspiel.

Ab geht das Tauchabenteuer

Dann ging es aber endlich los. Wir sprangen bereits ins Wasser und wollten Schwimmen und die Freiheit mit unserer Schwimmweste genießen. Jedoch kamen auch hier die ermahnenden Worte des Instrukteurs. „No swimming“ – „Nicht schwimmen“, OK was kommt jetzt, will er uns etwa den ganzen Weg ziehen? Er war der einzige mit Flossen und er zog uns tatsächlich, Mahtab musste sich an einem Ring festhalten und ich mich an Mahtab, die anderen beiden aus der Gruppe machten es uns nach und wir wurden tatsächlich über das Meer gezogen, der arme Instrukteur strampelte sich wie verrückt einen ab und wir wurden wie leblose Körper durch das Wasser gezogen. Das war mal verrückt!

Wir hörten später das eine andere Gruppe auch schnorcheln gegangen sind mit Gruppen bis zu 30 Leuten. Das heisst ein armer Mann mit Flossen zieht 30 Leute durchs Wasser, die teilweise riesige Angst vor dem Wasser haben! Jedenfalls durften wir nach einer Stunde noch ein wenig „frei“ Schnorcheln am Strand mit Weste. Aber wir haben, dank dem Brot des armen Flossenmannes, unfassbar viele Fische gesehen und wir haben gemerkt das warum Naturschutzgebiete super sind. Kein Müll und eine wunderschöne Flora und Fauna.

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