Asilah: Klein aber Fein

Marokko Weltreise
Am
27. Juli 2018

Nach unseren Gesprächen mit den Einheimischen in Tanger und unserer Standardfrage, was denn ihr liebster Ort in Marokko sei, bekamen wir häufig die Antwort „Asilah“. Grund genug für uns, dort einmal hinzureisen, um zu schauen, was es dort gibt. Also – gesagt getan. Wir nutzten die App Rome2Rio, die uns den schnellsten Weg von Tanger nach Asilah ausspuckte, nämlich den Zug. Also fuhren wir mit dem Taxi zur Zugstation von Tanger und waren vollkommen überrascht, wie gut das alles funktioniert hat. Wir fuhren, entgegen den Empfehlungen, zweite Klasse, einfach weil wir im Zweifel für die kurze Strecke auch auf eine Klimaanlage verzichten hätten können. Zu unserer Überraschung war diese aber auch in der zweiten Klasse enthalten und die war ziemlich mächtig. Mit nur etwa 20 Minuten Verspätung fuhr die Bahn auch los und wir waren unpünktlich gegen Mittag in Asilah.

Erste Schritte in Asilah

In Asilah angetroffen suchten wir unser Hostel, das wir Minuten vorher bei Booking.com gebucht haben. Das Casa California B&B hat sich etwas in den Häuserbuchten versteckt und wurde nur durch einen mit schwarzer Farbe an der Hauswand ausgezeichnet. Wir dachten schon, wir wären falsch, als sich die Tür öffnete und sich ein sehr künstlerisch aussehender Mann vor uns präsentierte. In sehr gutem Deutsch erklärte er uns die Hausregeln. Im Gästehaus durften wir alles nutzen, was vorhanden war. Somit konnten wir kochen, Wäsche waschen und er gab uns noch den Tipp, uns den Paradise Beach, der etwa 7 km entfernt war, anzuschauen.

Wir bezogen also unser kleines aber feines Zimmer. Das ging jetzt auch schon ziemlich schnell, ein paar geübte Griffe, die Rucksäcke waren leer und die Sachen waren dort, wo sie sein mussten. Kurze Pause und dann ab an den Strand. Laut Google Maps war der etwa 15 Minuten Fußweg entfernt. Also machten wir uns auf den Gewaltmarsch gefasst und verließen die Wohnung. Keine Minute später standen wir direkt am Strand und waren total überrascht. Der Strand war nicht mal 200 Meter von unserer Wohnung entfernt. Nachtsüber hat uns das Meer beim Einschlafen geholfen – einfach traumhaft. Der Strand war schön, aber mit vielen Steinen und Felsen im Wasser, die nicht so leicht zu sehen waren. Deswegen haben wir die Empfehlung angenommen und wollten nun zum Paradise Beach reisen. Wir hatten aber keine Lust auf ein Taxi oder auf eine Pferdekutsche, also entschieden wir einfach zu schwimmen, es war auch möglich.

International Cultural Moussem of Asilah

Während unseres Aufenthaltes haben wir erfahren, dass wir das besondere Glück hatten, während des International Cultural Moussem of Asilah vor Ort zu sein. Kurz erklärt: Es handelt sich dabei um ein Kunstfestival, das seit 1978 Musiker und Künstler aus ganz Marokko zur Hafenstadt Asilah pilgern lässt, um ihre Kunstwerke zu präsentieren (allen voran natürlich auch unser Gasthausbesitzer).

Am nächsten Tag waren wir in der Medina von Asilah. Die Medina ist nicht so groß, daher sehr angenehm und überschaubar und das Festival war im vollen Gange. In jeder Ecke kann man trotzdem immer wieder etwas Neues finden – Bilder, Skulpturen und Musik. Die Stadt hat vor lauter Kunst förmlich geglüht. Asilah ist im Vergleich zu anderen Städten in Marokko sehr sauber und die Luft ist sehr angenehm. Falls ihr irgendwann mal dort Urlaub macht, sollt ihr auf gar keinen Fall den Sonnenuntergang an der Festung verpassen.

Am letzten Tag  haben wir versucht, uns an die marokkanische Tagesroutine zu halten. Das heißt, am Abend haben wir erst gegen 20 Uhr die Wohnung verlassen. Da haben wir zum ersten Mal mitbekommen, wie lebendig die Stadt um die Uhrzeit sein kann. Wir sind einfach ganz gemütlich mehr oder weniger der Menschenmasse gefolgt und sind am Meer herausgekommen. Dort gab es viele kleine Stände, die Meeresfrüchte, Kartoffeln, Sandwiches usw. verkauft haben. Wir haben einiges ausprobiert. Das Essen war sehr lecker – bis auf Sambouse, die Mahtab unbedingt haben wollte und aus ihrer Kindheit kannte. Sie hat ganz herzhaft mit ihrer Einstellung von der Füllung aus Hackfleisch reingebissen und war direkt enttäuscht gewesen. Da die Füllung aus irgendwelchem Fisch bestand.

Damit endete unser kurzer Aufenthalt in Asilah auch schon, ohne den Paradise Beach gesehen zu haben. Solltet ihr bereits dort gewesen sein, schreibt uns doch bitte wie es war, damit wir uns ärgern können, das verpasst zu haben.

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