Sahara der Wüstentrip der besonderen Art

Marokko Weltreise
on
10. August 2018

Um ehrlich zu sein, sind wir noch nicht ganz sicher, ob das eine gute Idee war, im Juli mit 50 Grad vor allem auf diese Art und Weise in die Sahara zu gehen. Aber bevor ich anfange zu „meckern“, feststeht: der atemberaubende Ausblick in die Sahara, die ruhige Landschaft und die unendliche Weite ist einfach großartig. Mit den Kamelen und ihrer ruhigen Art und Weise durch die Sahara zu schaukeln macht unglaublich viel Spaß und war ein echtes Abenteuer.

Nachdem wir unseren Mietwagen in Fès am Flughafen abgeholt haben, machten wir uns auf dem Weg nach Merzouga. Da langsam die Sonne unterging und wir mehrfach gelesen hatten, dass wir nicht während der Dunkelheit Auto fahren sollten, entschieden wir uns spontan online ein Hotel zu buchen und hinfahren.

Die Ankunft im Hostel

Von jetzt an ging es Schlag auf Schlag. Eine Überraschung jagte die nächste. Das Hostel mit einer Bewertung von 9,2 Punkten bei Booking.com war irgendwo im nirgendwo! Nachdem wir dort angekommen sind, haben uns zwei Männer ganz herzlich mit Tee und Nüssen begrüßt und sagten uns auf halb Französisch und Arabisch das wir zwischen zwei Zimmer, eins auswählen dürfen! Wie großartig so viele Möglichkeiten zu haben.

Aber es gab auch einige Abstriche, die uns ganz schön zu knabbern gaben. Es war um diese Jahreszeit üblich, dass es etwa 40 °C gehabt und die Männer erklärten uns das es seit gut zwei Stunden kein Wasser mehr gebe, da die Wasserpumpe defekt sei. Meine Augen wurden größer und größer. Dazu wurde uns erklärt, dass es in einem traditionellen Berberhaus keine Klimaanlage gibt. Max ist weiterhin ganz entspannt geblieben und sagte „Ach kein Problem, kein Stress! Es wird bestimmt gut.“ Ich habe ihn angeguckt und war einfach nur sprachlos. Wenn jetzt ein Flieger dagestanden hätte, ich wäre eingestiegen und nach Hause geflogen.

Nach gut einer Stunde hatten wir sehr kurz Wasser. Das nutzen wir, um uns wenigstens kurz zu duschen. Danach ging es uns besser. Wir haben uns fertig gemacht und wollten sehen, was es in der Umgebung so zu tun gibt, bzw. ob es überhaupt etwas gibt. Ismael, die gute Seele des Hostels, hat direkt nach unserer Ankunft beginnen für uns eine Tajine zu kochen. Obwohl ich sagen muss, dass ich nach dem ganzen Stress keinen wirklichen Hunger mehr hatte, habe ich, nachdem das Essen auf dem Tisch stand die Hälfte eines riesigen Topfes gegessen! Während des Abendessens hat Max die beiden Hotelbesitzer mit an den Tisch geholt und wir versuchten uns mit Händen und Füßen und was man sonst noch zur Kommunikation einsetzen kann unterhalten. Diesmal versuchten wir uns an der Berbersprache und wir lernten das in Marokko drei Sprachen dominant sind.

  1. Marokkanisch (Ableitung von Arabischen)
  2. Französisch
  3. Berber

Während wir so im Gespräch mit Ismael und seinem Bruder waren haben wir viel Spaß gehabt und versucht ein wenig Berber zu lernen. Im Gespräch hat Ismael kurz erwähnt, das er morgen mit einer anderen Familie eine Tagestour machen würde in die Sahara. Also fragten wir wie in Marokko üblich direkt nach dem Preis, ob wir teilnehmen könnten und haben direkt zwei Kamelen gebucht.

Tagesausflug mit Ismael

Am nächsten Tag gingen wir erst mal alle zusammen zu einem Bäcker um zu frühstücken. Das Frühstück bestand aus frisch gebackenem Brot mit Honig, Joghurt mit Zucker und natürlich marokkanischem Pfefferminztee. Alles war sehr lecker und wir lernten unsere Gruppe kennen. Der ältere Sohn der Familie konnte zum Glück Englisch und auch die Mutter versuchte ein paar Worte auf Englisch zu wechseln. Das hat uns natürlich sehr geholfen vor allem, da der Vater ein echter Marokkaner war, das hat uns einige Türen geöffnet hat.

Nach dem Frühstück ging es direkt zu einem „natürliche Quelle“. Unsere Erwartung: Bestimmt eine geheimnisvolle Ecke der Natur, die keiner wirklich kennt. Die Realität: „marokkanisches Freibad!“. Zunächst musste am Eingang den Eintritt bezahlen und dann waren ganz viele Leute dort. Unsere Männer sind ohne nachzudenken einfach ins Wasser gesprungen. Gabi, die Frau der französischen Familie, und ich haben die ganze Zeit überlegt, ob das Wasser überhaupt sauber und hygienisch ist. Ich fand das so witzig, das die Frauen einfach überall auf der Welt ähnlich sind! Na ja, nach langer Überlegung sind wir doch rein gesprungen und haben das kalte Wasser sehr genossen.

Zum Mittagessen gab es Berber-Pizza, gut und schön, wenn wir von Mittagessen sprechen, meinen wir normalerweise wir setzen uns in ein Restaurant und bestellen Berberpizza. Nicht so mit Ismael und Konsorten, hier läuft das folgendermaßen ab. Erstmal sind wir zum Basar zu einem ansässigen Metzger gegangen, damit wir das beste Fleisch kaufen können. Der beste Metzger hat im Prinzip die Zwiebel und das Fleisch für die Berber-Pizza vorbereitet. Danach sind wir alle zusammen zum besten Bäcker der Stadt gelaufen und haben bei ihm mit unseren Zutaten und seinem Teig, die zwei besten Berberpizzen bestellt! In der Zeit sind wir, alle zu dem Teehaus der Stadt gelatscht und dort Tee und Wasser getrunken bis das Essen fertig war. Das Beste war, dass wir alle im Teehaus unsere Pizza gegessen haben. Also perfektes Mittagessen wie von Papa, oder!

Die Sahara-Tour

Bis hierhin war alles die Vorbereitung für das eigentliche Ziel gewesen, die Sahara! Nach dem Essen sind wir nach Merzouga gefahren und damit direkt bis an die Ausläufe der Sahara. Das heißt, bei etwas über 50 °C waren wir direkt an der Wüste. Wir sind beide zerflossen und in der flimmernden Hitze verrückt geworden. Wir waren beide kurz davor aufzugeben und einfach abzuhauen. Bis wir die Menschen gesehen haben, die extra den langen Weg in Kauf genommen haben, um sich im Sand bis auf den Kopf eingraben zu lassen! Der geneigte Leser würde vielleicht vermuten, dass die Leute verrückt sind. Aber die Berber schwören darauf, dass es sehr gesund ist.

Nach dieser Aktion, bei der unser Teamführer Ismael und der Vater der Familie auch dabei waren, ging es zurück in die Stadt. Es musste noch Wasser organisiert werden. Kurz vor Sonnenuntergang sind wir dann zurückgekommen. Die Kamele waren schon bereit. Wir haben gesattelt und sind losgeritten. Das Wetter ist viel angenehmer geworden und wir konnten endlich durchatmen und die Sahara genießen. Unterwegs haben wir kurz angehalten und haben in Ruhe die unzählbaren Dünen angeschaut, genossen und viele Fotos gemacht. Nach ungefähr ein und halb Stunden sind wir dann im Camp angekommen.

Nachdem uns Ismael den Zelten zugeordnet hat, gab es nach typisch marokkanischer Art erstmal Pfefferminztee. Dann gab es noch berberische Musik mit Bongo und Gesang, das war einfach großartig. Nach der Musik gab ein sehr ausgiebiges Essen, die aus Vorspeise (Reis mit Gemüse und Fisch), die Hauptspeise der Tajine und noch einer Nachspeise, die aus dem besten Bestand das es auf der Erde gibt, Wassermelone. Von einem so ausgiebigen und guten Essen in der Wüste waren wir alle überrascht! Wir waren nach dem langen Tag und der Hitze in der Sahara vollkommen ausgelaugt und sind trotz der Versprechen unserer Gastgeber noch Musik zu spielen, gegen 12 Uhr ins Bett gegangen.

Uns wurde gesagt, dass wir am nächsten Tag vor dem Sonnenaufgang den Rückweg antreten. Daher waren wir und fast alle anderen Gäste sehr früh wach und bereit für die Abreise. Na ja, vor allem konnte keiner wirklich schlafen wegen der Hitze. Das Beste war, dass unsere Gastgeber es nicht wirklich eilig hatten. Sie haben sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Mit aller Gemütlichkeit haben sie weitergeschlafen und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. So nutzen wir die Zeit, um weitere Bilder zu machen und ein wenig umher zu spazieren. Während wir so warteten, ist uns das Sprichwort wieder eingefallen: „In Europa haben sie die Uhren, in Marokko haben wir die Zeit.“ Gegen 8 Uhr sind die Jungs endlich aufgewacht und haben uns mit einem super Frühstuck entschädigt.

Die Abreise

Sonnenaufgang in der Sahara
Der Sonnenaufgang in der Sahara
Vorbereitung für die Abreise
Vorbereitung für die Abreise

Als wir das Frühstück genossen haben, bemerkte ich das es Max nach und nach immer schlechter ging. Max ist ein Wintermensch und ihm war es einfach zu warm gewesen. Er konnte kaum etwas essen und war einfach motivationslos und sah einfach nur fertig aus.

Nachdem wir die Dromedare gesattelt hatten und endlich mit Ihnen unterwegs Richtung Merzuga waren, ging es Max immer schlechter. Als wir dann endlich angekommen sind, haben wir uns bei Ismael und bei der Familie freundlich verabschiedet und sind dann so schnell wie möglich weitergefahren. Max ging es so schlecht und trotzdem hat ihn die Hoffnung auf kühleres Klima und auch die Klimaanlage im Auto hat ihn so angespornt, das er noch die 300 km nach Taghir gefahren ist. Nach dieser Aktion haben wir uns ein paar Tage eine Pause in Ouazazate gegönnt und haben unser Urlaub gegönnt.

Unser nächster Beitrag wird vom fernen Agadir handeln. Also seid gespannt.

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