Städtetour in Taiwan

Taiwan Weltreise
Am
5. Oktober 2018

Als wir unsere Bekannten erzählten, dass wir nach Taiwan gehen möchten. Konnte keiner nachvollziehen, warum eigentlich. Es kamen Reaktionen wie, was gibt es dort? Es ist ja voll langweilig. Warum geht ihr nicht nach Philippinen, Indonesien oder nach Vietnam! Es soll dort richtig schöne sein! Auf unsere Frage, warum ist Taiwan langweilig oder wieso ist es dort nicht schön, konnte uns keiner eine Antwort geben. Wir haben festgestellt, dass wir nicht die einzigen sind, die nichts über das Land wissen. Also begannen wir uns erst mal über das Land zu informieren. Kurz darauf kauften wir unsere Tickets und freuten uns auf ein neues Abenteuer in das Land, das keiner kennt.


Taipeh – Eine ungewöhnlich ruhige Metropole

Wir sind von Colombo nach Taipeh, mit einem Zwischenstopp in Hongkong, geflogen. Nach unserer Ankunft im Flughafen, ist uns relativ schnell bewusst geworden, dass wir hier in einer komplett anderer Welt gelandet sind. Hier sieht alles sehr sauber, strukturiert und ordentlich aus. Nachdem wir, wie jedes Mal, am Flughafen unsere Routine erledigt hatten. Sprich Geld holen, SIM Karte kaufen und uns über den Weg zu unserer Unterkunft informierten. Sind wir, dann in den Bus gestiegen, der uns mitten nach Taipeh bringen würde.

Nach unserer Ankunft in einem kleinen und sehr schnuckeligen Hostels in
Taipeh, haben wir uns die erste paar Tage Zeit genommen. Am nächsten Tag  haben wir erst mal ausgeschlafen. Wir sind gegen 10 Uhr aufgestanden und haben erst mal gemütlich gefrühstückt. Da es regnete, sind wir einfach im Hostel geblieben und haben an unseren Blogbeiträgen gearbeitet. Das Internet in Taiwan ist hervorragend und somit konnten wir so gut und schnell arbeiten, wie noch nie in den letzten zwei Monaten.

Die Insel Taiwan ist in etwa so groß wie Baden-Württemberg und Taipeh ist die Hauptstadt. Es ist echt faszinierend das ein Viertel der Bevölkerung von Deutschland auf einer Landfläche von Baden-Württemberg Platz hat. Die Stadt, Taipeh, ist riesig, es gibt ganz viele Wolkenkratzer, alles ist sehr farbenfroh und es blinkt an jeder Ecke. Das Beste ist, dass hier alles ein Gesicht hat, wortwörtlich. Ob Kaffeetassen, Suppenschüsseln oder einfache Schilder, alles hat ein Gesicht und wirkt damit direkt viel freundlicher. Obwohl es eine Großstadt ist, merken wir hier nichts davon. Alles ist geregelt und die Leute sind super freundlich. Viele Leute können kein Englisch sprechen. Aber sobald wir nach Hilfe fragten, haben sie mit den Händen und Fußen kommuniziert und so bekamen wir auf jeden Fall die Hilfe, die wir brauchten!

Longshan-Tempel 

In Taipeh haben wir als aller erstes den berühmten Longshan-Tempel besichtigt. Der Tempel ist mitten in der Altstadt und sehr gut besucht. Alt und Jung gehen im Tempel ein und aus um für Ihre Verstorbenen zu beten. Dafür spenden die Leute Essen und Blumen im Tempel und stellen sie auf einen Tisch, danach zünden sie noch Kerzen und Räucherstäbchen. Der Kontrast zwischen den großen Gebäuden im Hintergrund und dem Tempel mit seiner einzigartigen und farbenfrohen Architektur ist uns besonders aufgefallen.

Zhengzhong Memorial Hall

Nach dem Tempel ging es weiter zur Zhengzhong Memorial Hall. Die Grünanlage ist riesig und die Gebäude  darin sind einfach zauberhaft schön. Im Erdgeschoss des Gebäudes gibt es jeder Menge kostenlose oder auch kostenpflichtige Angebote, wie zum Beispiel verschieden Museums, Kino, Theater, Einkaufszentrum usw. Hier findet jeder was das Herz begehrt, um sich eine kleine Pause von der Hitze zu gönnen. Wir haben gelesen das wir hier unbedingt den Marsch des Soldatenwechsels sehen soll. Aber wir hatten leider die Gelegenheit nicht bekommen. Falls ihr hingeht und das miterlebt oder es bereits gesehen habt, schreibt uns bitte in den Kommentaren, wie das ist …


Taipeh 101

In Taipeh ist der Taipeh 101 ein Must Seen und das haben wir natürlich nicht ausgelassen. Man wird innerhalb von 29 Sekunden vom fünften Stockwerk zum 89. Stockwerk gefahren und von dort aus, hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt. Die Aussicht ist auf jeden Fall sein Geld wert. In Taipei 101 steht wie in so gut wie jedem Hochhaus ein so genannter Wind-Damper. Dieser ist jedoch besonders, denn er ist öffentlich Zugänglich und der weltgrößte seiner Art. Das ist einmalig weltweit. So einmalig das sich die Taiwanesen ein eigenes Maskottchen dafür ausgedacht haben die Damper Babys. Diese haben uns erklärt wie das genau mit den Dämpfern funktioniert.

Bei einem Wind-Damper oder zu gut deutsch, Schwingungstilger, handelt es sich um ein großes Meisterwerk der Technik. Im Prinzip ist es eine Kugel die an mehreren Stahlseilen, hängt. Damit kann er Energie die vom Wind gegen das Gebäude drücken mit einer Gegenschwingung ausgleichen und hält damit das Gebäude stabil! Wer hierzu mehr lesen will findet auf Wikipedia alles was er benötigt.

Das industrielle Herz Taiwans

Da wie in Sri Lanka viele Natur und Landschaften hatten, haben wir erst mal vorgenommen das Stadtleben in Taiwan zu erleben. So ging es für uns weiter nach Taichung. Taichung ist die drittgrößte Stadt in Taiwan und ist für die Hilfsbereitschaft seiner Einwohner als die Weißohrtimalie, ein Singvogel in den Wäldern von Taiwan bekannt. Die Stadt ist sehr lebendig und das Nachtmarkt ist voll geschmückt mit Livemusik.

Lass uns mal erstmal spielen

In einer der Einkaufszentren, in Taichung, fanden wir eine Etage mit einer Arkade Halle mit allen möglichen Spielen. In Taiwan ist das keine Seltenheit, im Prinzip stehen die Spielautomaten direkt an der Straße in der verschiedenste Gewinne gewonnen werden können. Für uns war das jedoch eher neu und wir mussten natürlich erst mal alles ausprobieren. Wir haben in der Spielhalle etwa zwei Stunden lang alles ausprobiert, was möglich war. Von Eishockey, Trommeln, Basketball sogar Mario Kart. Am Ende spielten wir noch ein Horrorspiel, das in einem Simulator gespielt wurde. Hierbei wurde der Puls gemessen. Das Spiel war so gruselig, das wir teilweise einen Puls von über 175 hatten!

Stadtflucht – Auf dem Pfad der Künste

Für eine kleine Pause ging es erst mal zum Calligrafy Greenway, eine riesige Grünanlage mitten in der Stadt. Dort gibt es ganz viele Skulpturen. Gleich beim Eingang wurde Max direkt mit einer Statue Arthas,  dem Antiheld von WarCraft lll oder auch der Lichkönig überrascht. Er hat sich voll gefreut und mir erst mal die Geschichte des Spieles mit den Helden erzählt. Wir fanden das vor allem so interessant, dass die Nerdkultur in Taiwan so groß geschrieben wird.

Nachdem wir den Greenway gefolgt sind, sind wir ein paar Straßen weiter gelaufen und bei den Painted Animation Lane herausgekommen. Eine bunte Welt mit Wandmalereien von japanischen Anime. Die Straße ist relativ klein, aber wunderschön. Auf jeden Fall ein Muss für die Anime Liebhaber.

Die älteste Stadt Taiwan

Am Bahnhof in Tainan stand ganz groß “If you never visited Tainan, you never really visited Taiwan“. Es liegt daran, dass die taiwanesische Geschichte von Tainan aus initiiert wurde und Anping (安平) war der am frühesten entwickelten Bezirk von Tainan. An dem faulen Abend nach unserer Ankunft im Hotel suchten wir nach was zum Essen. Unterwegs sind wir beim Blue Print Garden herausgekommen. Eine kreative und kulturelle Park mit jeder Menge einzigartige und kreative Geschäfte, Dekorationen, Art, Wandmalereien und Restaurants. Zum Abendessen waren wir in einem sehr interessanten Restaurant, wo Max eine besondere Suppe bestellte. Die bestand aus Curry Waffeln und Zutaten, die auf dem Tisch serviert und gekocht wurde. Die sah so gut aus und schmeckte auch einzigartig.

Sonnenuntergang am Sunset Beach

Seitdem wir unterwegs sind, verlieben wir uns mehr und mehr in die Sonne. Egal ob bei der Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Wir genießen das viel zu sehr und falls wir die Möglichkeit habe die Sonne bei ihrer Schauspielereien zu beobachten, nutzen wir das auf jeden Fall. In Tainan sind wir nach einem Spaziergang am Anping Canal gegangen und zum Sunset Platform, am Hafen gegangen.

Privatführung im Tempel

Auf dem Weg zu unserem Hotel hat ein relativ große und sehr bunte Tempel unser Interesse geweckt. Da wir nicht wussten, ob der noch offen hat oder nicht, sind wir hingegangen und versuchten am Eingang die Leute  zu fragen. Zwei nette Männer haben uns empfangen, direkt die Türe aufgemacht und die Lichter eingeschaltet. Wir zwei waren wieder mal sprachlos, was geht jetzt ab! Als wir versuchten uns zu verständigen um zu sagen, dass wir auch morgen wieder kommen und sie brauchen nicht extra wegen uns wieder aufmachen, ging es schon los.

Als aller erstes sagten sie uns, dass bei dem Besuch eines Tempels sehr wichtig und höflich ist, dass wir an der rechten Seite eintreten und an der linken Seite austreten sollen. Sie begleiten uns bis zum dritten Stockwerk und erzählten und über die Regeln und die Geschichte des Tempels. Nach dem Rundgang haben sie für uns zwei Glücksbringer aufgemacht, dreimal über die Räucherstäbchen gedreht und an unserer Rucksäcke gehängt. Zum Schluss schenkten sie uns noch Spargelsaft und Reis mit Bohnen. „Danke“, sagten wir mehrmals und versuchten soviel Dankbarkeit wie möglich in dieses Wort zu legen. Zum Schluss machten wir noch Fotos zusammen und wir gingen weiter. Wir waren mal wieder erstaunt, wie lieb und freundlich die Menschen auf der Welt sind. Solche Erfahrungen bringen uns am meisten zum Nachdenken.

Gut, das war erst mal von unserer Geschichte vom Städtetrip in Taiwan, ich hoffe sie haben, euch gefallen. Und solltet ihr weitere wissenswerte Dinge rund um die Städte haben, schreibt sie uns doch in den Kommentaren.

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